Dyskalkulie (Rechenschwäche) & Schule in Niedersachsen:

Die gute Nachricht zuerst: Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Bundesländern, hat Niedersachsen immerhin die Problematik der Rechenschwäche (Dyskalkulie) erkannt und im Legasthenie-Erlass mitgeregelt.

  • Das ist leider keine Selstverständlichkeit, da sich die Kultusminsterkonferenz sich nach wie vor sehr schwer tut, Dyskalkulie (Rechenschwäche) anzuerkennen und viele Bundesländer eine Berücksichtigung der Dyskalkulie (Rechenschwäche) im schulischen Bereich nach wie vor nicht regeln.

Leider sind die Regelungen zur Daskalkulie (Rechenschwäche) unzureichend, so daß die Gute Nachricht in der schulischen Praxis wieder deutlich zu relativieren ist.

Dyskalkulie (Rechenschwäche) & Fördermaßnahmen:

Für die Fördermaßnahmen gilt das bei der Legasthenie/ LRS gesagte:

  • Diese Maßnahmen der Schule werden meist als unzureichend und eher als Zeitverschwendung angesehen.
  • Allerdings ist dies wichtig, da die Förderung regelmäßig mit der Anerkennung der Teilleistungsstörung Dyskalkulie (Rechenschwäche) gleichzusetzen ist und damit eine wichtige Grundlage für den relevantesten Aspekt der Dyskalkulie (Rechenschwäche) gesetzt ist: den Nachteilsausgleich.

Für nähere Fragen zu Fördermaßnahmen bei Dyskalkulie (Rechenschwäche), eine Erstberatung oder der Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Dyskalkulie (Rechenschwäche) & Nachteilsausgleich:

Der Haken der Regelungen zu Dyskalkulie in Niedersachsen zeigt sich hier:

  • Unter Ziffer 4 des Legasthenie-Erlasses wird nämlich geregelt, daß Ausnahmen für Dyskalkulie (Rechenschwäche) nur für die Grundschule und die Förderschule gelten sollen, d.h. bei den weiterführenden Schulen keine Nachteilsausgleiche stattfinden würden.
  • Das ist natürlich mit dem das gesamte Schulrecht überlagernden Grundsatz der Chancengleichheit nicht nachzuvollziehen, denn ein Nachteilsausgleich ist keine Privilegierung, sondern eben schon dem Wortlaut nach ein Ausgleich eines Nachteils und kann demnach nicht an einem willkürlichen Zeitpunkt enden.

Für nähere Fragen, eine Erstberatung oder die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Was den konkreten Nachteilsausgleich betrifft, so gilt Folgendes:

Vorrangig sind (wie bei der Legasthenie) Nachteilsausgleiche auf der Ebene der Leistungserfassung:

  • Schreibzeitverlängerung
  • Verwendung von Hilfsmitteln
  • Individuelle Aufgabenstellungen
  • Einordnung der Leistung unter dem Aspekt des erreichten Lernstands mit pädagogischer Würdigung

Das ist natürlich äußerst schwammig und man mag sich gewärtigen, daß es in der Praxis wenig Lehrer geben wird, die von sich aus individuelle Regelungen (die für sie ja einen zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeuten) leisten werden. Für weitergehende Informationen, eine Erstberatung oder Ihre bundesweite Unterstützung kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Noch schwieriger ist es meist, auf der Bewertungsebene die Möglichkeiten des Legasthenie-Erlasses auszuschöpfen:

  • stärkere Gewichtung mündlicher Leistungen
  • zeitweiliger Verzicht der Bewertung "während der Förderphase"

Schon die Tatsache, daß Dyskalkulie durchaus auch unheilbar sein kann, belegt einen gewissen Zynismus der im übrigen völlig schwammigen Regelung, wenn man von "Förderphase" spricht. Im Ergebnis ist auch hier alles Verhandlungssache. Für eine Erstberatung oder bundesweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Dyskalkulie (Rechenschwäche) & Versetzung:

Schlußendlich sei noch darauf verwiesen, daß der Legasthenie-Erlass für die Rechenschwäche keine Regelung dahingehend trifft, daß diese kein Grund für eine Nichtversetzung sein soll (was bei Legasthenie / LRS immerhin getan wird.

Auch dies ist freilich mit dem Gleichheitssatz nicht vereinbar.

Für nähere Informationen, eine Erstberatung oder die bundesweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.